Jetzt mehr Lohn für Berner Kindergarten- und Unterstufenlehrpersonen

Gemäss dem am 22.12.16 veröffentlichten interkantonalen Vergleich ist der Handlungsbedarf dort, wo mehrheitlich Frauen arbeiten besonders gross: auf den Kindergarten- und Primarschulstufen. Der VPOD fordert die Anpassung der Gehaltsklassen in diesen Bereichen und das kontinuierliche Weiterverfolgen der Lohnkorrekturmassnahmen für alle Stufen.

Mit dem vorgelegten Bericht zum interkantonalen Vergleich der Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen im Kanton Bern werden die Feststellungen des VPOD bestätigt, dass der Kanton Bern bei den Anstellungsbedingungen im interkantonalen Vergleich bei den meisten Punkten im hinteren Drittel, oft gar zuhinterst liegt. Und es werden die Aussagen bürgerlicher Vertreter/innen widerlegt, die anlässlich der LAG-Debatte im Grossen Rat behaupteten, der Kanton Bern biete – abgesehen vom Lohn – vorteilhaftere Arbeitsbedingungen als andere Kantone der deutschen Schweiz. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Jahresarbeitszeit, die im Kanton Bern mit 1930 Stunden an der Spitze der Vergleichskantone liegt. In Kombination mit den, zum Teil, wesentlich tieferen Löhnen ergibt sich eine deutliche Schlechterstellung der Lehrpersonen im Kanton Bern.

All diese Ungleichheiten können nicht nur durch vereinzelte bessere Anstellungsfaktoren (Altersentlastung, Vaterschaftsurlaub) wettgemacht werden.

Der VPOD setzt sich gemeinsam mit den Betroffenen dafür ein, dass die im Bericht erwähnte Anpassung der Gehaltsklassen für die Stufen Kindergarten und Primarschule umgehend umgesetzt wird. Da in diesen Bereichen besonders viele Frauen arbeiten, besteht hier ansonsten die latente Gefahr einer Lohndiskriminierung.

Der VPOD fordert die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat auf, diese Massnahmen durch das Sprechen der erforderlichen Mittel zu unterstützen. Der Kanton kann es sich nicht leisten, Lehrpersonen auszubilden, die dann aber in den Kantonen Freiburg oder Solothurn arbeiten gehen, wo insbesondere die Löhne massiv höher sind.

Und der VPOD fordert den Regierungsrat auf, eine gleiche Studie für das kantonale Verwaltungspersonal in Auftrag zu geben. Auch in diesem Bereich ist besteht grosser Handlungsbedarf. Es droht ein Mangel an gut qualifizierten Fachkräften.

Béatrice Stucki

Bericht zum interkantonalen Vergleich der Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen