Personalverbände fordern 1% mehr Lohn und mehr Engagement des Bundesrats

Lohnverhandlungen

Am 23. Mai 2017 haben sich Bundesrat Ueli Maurer und die Personalverbände getroffen. Löhne 2018, Publica,und Lohnsystem waren die Hauptthemen.

Die Verhandlungsgemeinschaft Bundespersonal (VGB) hatte bereits im Februar für 2018 für das ganze Bundespersonal eine Reallohnerhöhung von 1 Prozent gefordert. Es reicht nach zwei Jahren Nullrunde nicht aus, bloss die prognostizierte Teuerung auszugleichen. Die Personalverbände fordern im Herbst ein substanzielles Angebot des Bundesrats. Grosse Sorgen bereitet die schwierige Lage in der zweiten Säule. Dort dürfte es ab 2019 zu einer erneuten Senkung des Umwandlungssatzes kommen. Die VGB wird sich für eine überparitätische Beteiligung der Arbeitgeberin an den Begleitmassnahmen einsetzen. Bei den geplanten Änderungen im Lohnsystem akzeptiert die VGB keine Lohnsenkungen und keine Umverteilung von den tiefen Löhnen zu den hohen.

Medienmitteilung von VPOD, pvb, garanto und pvfedpol zu den Verhandlungen mit Bundesrat Maurer vom 24. Mai 2017,
Communiqué de presse de SSP, apc, garanto et apfedpol sur le négociations avec le Conseiller Fédéral Maurer du 24 mai 2017

Hintergrund:

Am 15.2.2017 fand eine frühe erste Gesprächsrunde der Sozialpartner statt: Bewusst in einem Moment, in dem das Budget 2018 noch nicht gemacht ist. Die Personalverbände haben nach zwei Nullrunden dringend Spielraum für Lohnmassnahmen 2018 und einen Beitrag des Arbeitgebers bei der geplanten Senkung des Umwandlungssatzes bei der Publica gefordert.

  • BR Maurer hat sich verpflichtet, für 2018 etwas vorzusehen für Lohnmassnahmen bzw. Kompensationsmassnahmen bei der Pensionskasse. Wieviel dies sein wird, ist aber noch offen.
  • Die für 2017 beschlossene Budgetkürzung (50 Mio Fr.) werde primär über die Nicht-Besetzung von Stellen umgesetzt. Im EFD und VBS könnte es zu einigen Kündigungen kommen. Die Sparmassnahmen beim Personal will Bundesrat Maurer auch 2018 und 2019 fortsetzen.
  • Bei Bundesangestellten mit Frühpension (Zoll, Armee, EDA) mache der Bundesrat eine Auslageordnung und in einzelnen Bereichen werde ziemlich sicher das Rentenalter nach oben korrigiert.

Die Personal­verbände haben sich für Massnahmen zugunsten des Personals beim Lohn und der Publica eingesetzt und Widerstand gegen die Erhöhung des Rentenalters angekündigt.

Ein nächstes Teffen ist für Ende Mai/Anfang Juni geplant: Dann wird es konkreter bei den Themen Lohn, Publica, Frühpension und Änderungen Lohnsystem.

Der gute Rechnungsabschluss des Bundes im 2016 bildet die Grundlage für Massnahmen zugunsten des Personals:

Medienmitteilung von VPOD, pvb, garanto und pvfedpol zum Lohnabschluss 2016 des Bundes vom 23. Februar 2017
Communiqué de presse de SSP, apc, garanto, apfedpol «Encore des comptes excédentaires pour 2016 – stop à la pression sur le personnel!» du 23 Février 2017

Hintergrund: Lohnverhandlungen 2016

Milliardenüberschuss und Null Lohnmassnahmen. Bei den Lohnverhandlungen am 7. November 2016 offenbarte sich eine plan- und perspektivelose Personalpolitik.

Medienmitteilung von VPOD, pvb, garanto, pvfedpol zu den Lohnverhandlungen vom 7. November 2016
Communiqué de SSP, apc, garanto, apfedpol sur les négociations salariales du 7 novembre 2016