Petition « AVANTI TAGESSCHULEN! »

Über 20'000 Kinder und Jugendliche nutzen das Berner Tagesschulangebot täglich. Für ihre Familien ist der Alltag ohne Tagesschule nicht mehr denkbar. Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in der Tagesschule und sollen sich dort wohlfühlen und entfalten können. Dazu braucht es genügend gut ausgebildetes Personal und angemessene Raumverhältnisse.

Im letzten November hat der Grosse Rat die Revision des Volksschulgesetzes in erster Lesung beraten. Im Rahmen dieser Debatte hat er eine Verschlechterung bei der Betreuungsqualität an den Tagesschulen beschlossen. Der Verein Berner Tagesschulen vbt und die Gewerkschaft VPOD Bern Kanton akzeptieren diese Verschlechterung nicht. Mit einer Petition fordern wir den Grossen Rat auf, nicht nur die Verschlechterung rückgängig zu machen, sondern im Gegenteil eine gute Betreuungsqualität im Gesetz explizit festzuschreiben.

Konkret fordern wir:

  • Gut ausgebildetes Personal und genügend Zeit für die Kinder! Betreuung ist kein Kinderspiel, sondern ein Beruf. Kinder und Jugendliche werden in der Tagesschule nicht gehütet, sondern aufmerksam begleitet und gefördert. Für gute Qualität braucht es Fachpersonen, welche genügend Zeit für die Kinder zur Verfügung haben. Die Tagesschulen benötigen mehr Ressourcen, um mit Eltern, Schule und weiteren Fachstellen zusammenarbeiten zu können.
  • Mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung für die wichtige Arbeit der Tagesschulen! Tagesschulen sind für viele Familien zentral. Sie tragen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei, und erfüllen damit einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag. Damit dieser sorgfältig und in hoher Qualität ausgeführt werden kann, muss der Kanton einheitliche Rahmenbedingungen schaffen und diese kontrollieren. Die Qualität der Betreuung muss in jeder Wohngemeinde gleich hoch sein.
  • Gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne! Die Arbeitspensen in den Tagesschulen sind klein und zerstückelt, verteilt auf zu viele Arbeitstage und müssen aufgrund wechselnder Anmeldezahlen jährlich neu ausgehandelt werden. Die Mitarbeitenden brauchen mehr Arbeitsplatzsicherheit und attraktivere Pensen. Die Anstellungsbedingungen müssen kantonal vereinheitlicht werden. Einheitliche, faire Löhne und ein existenzsicherndes Einkommen sollen wie in der Schule Realität werden.
  • Genügend kindgerechte Räume! Der laute und hektische Alltag löst bei allen Beteiligten Stress aus, ganz besonders bei kleinen Kindern. Mitarbeitende, Kinder und Jugendliche brauchen Rückzugsmöglichkeiten - der Lärmschutz muss gewährleistet sein. Die Räume müssen den vielfältigen Situationen des Tagesschulalltags gut entsprechen. Die Nähe von Schule und Tagesschule bedeuten für Kinder und Betreuende kurze Wege. Die Tagesschulen wachsen weiter, die Schulraumplanung muss daher vorausschauend und gemeinsam mit allen Beteiligten angegangen werden.


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