Kantonale Finanzierung der Kitas jetzt

Von: Angela Zihler

Der Bundesrat hat letzten Freitag entschieden, die Finanzierungsfrage bei der familienergänzenden Kinderbetreuung den Kantonen zu überlassen. Der VPOD appelliert in einem Brief an Regierungsrat Schnegg, nun eine Lösung auf Kantonseben für die Kitas und Tagesfamilienorganisatinen vorzulegen. Diese geraten zunehmend in eine finanzielle Schieflage geraten.

Die Kitas wurden vom Kanton angewiesen, nur noch 4 bis 5 Kinder pro Gruppe zu betreuen. Der Personalbestand bleibt dabei gleich gross wie bei einer doppelt so grossen Gruppe. Denn die Gruppen dürfen an Randzeiten nicht zusammengeführt werden, zudem müssen die Lernenden weiterhin angeleitet werden. Die Personalkosten, die im Kita-Bereich rund 80% der Betriebskosten ausmachen, können folglich nicht entsprechend dem tieferen Betreuungsschlüssel gesenkt werden. Die Betriebskosten können daher auch mit Rückgriff auf die Kurzarbeitsentschädigung nicht annähernd ausgeglichen werden.

Die Eltern im Kanton Bern wurden vom Kanton gebeten, die Elternbeiträge weiterhin zu entrichten. Falls aber in absehbarer Zeit keine Lösung in Aussicht steht, wird deren guter Wille auf eine harte Probe gestellt, gerade wenn sie selbst Einkommenseinbussen hinnehmen müssen

Jetzt rächt sich, dass die familienergänzende Kinderbetreuung chronisch unterfinanziert ist und von der Hand in den Mund lebt. Wenn der Kanton Bern jetzt nicht Gegensteuer gibt, riskiert er den Konkurs und die Schliessung von Kitas und TFO. Nachdem er nota bene jahrelang Strukturen aufgebaut und mitfinanziert hat.

In der Corona-Krise zeigt sich deutlich, dass es ohne familienergänzende Kinderbetreuung nicht geht. Darum gehört diese wie die anderen Bildungsinstitutionen zu den Kernaufgaben des Service Public. Leider zeigt sich das weder in den Lohn- noch Anstellungsbedingungen. Der Kanton und die Gemeinden sind hier nach überwundener Krise gefordert, für Mindeststandards im Kitabereich zu sorgen und die Kitas mit genügend öffentlichen Geldern zu versorgen.