Schulschliessung vor Weihnachten

Von: Vanessa Käser, Lehrperson, Tanja Bauer, Co-Präsidentin VPOD und Béatrice Stucki, Gewerkschaftssekretärin 

Der VPOD fordert dringend mehr Schutz und Unterstützung für Schüler:innen und Lehrpersonen!

Der VPOD ist irritiert über das zögerliche, mutlose Vorgehen des Kantons, welches nun zu höchst dramatischen Situationen an den Schulen führt. Seit dem Sommer ist die Situation angespannt, trotzdem wurden flächendeckende Massentests ausgesetzt. Der VPOD fordert, dass der Kanton endlich mehr Schutz und Unterstützung für die Schüler:innen und Lehrpersonen zur Verfügung stellt!

Der VPOD hat schon vor Wochen darauf hingewiesen, dass sich die Situation an den Schulen verschärft und Schüler:innen und Lehrpersonen dringend zu schützen sind. Der Kanton hat es versäumt, mit regelmässigen, obligatorischen Tests den Schutz für diese beiden Gruppen zu verstärken und stellte zu lange zu wenig Ressourcen fürs Ausbruchstesten zur Verfügung. Das zögerliche Vorgehen führt dazu, dass sogar Schulschliessungen erneut angeordnet werden müssen.

Vor dem Hintergrund des explosionsartigen Anstiegs der Fallzahlen an den Berner Schulen fordern wir von den verantwortlichen Gesundheitsbehörden auf kantonaler und nationaler Ebene, dass sie endlich mit einer vorausschauenden Planung und den entsprechenden Mitteln den Schutz von Schüler:innen und dem Personal der Schulen und Tagesschulen garantieren und gleichzeitig das Recht auf Bildung durchsetzen. Folgende Forderungen stellt der VPOD an den Kanton Bern:

  1. Präsenzunterricht soll möglichst auf allen Stufen aufrechterhalten werden. Da sich Fernunterricht negativ auf die Chancengerechtigkeit und die psychische Gesundheit auswirkt, darf dieser nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Um die negativen Folgen von Fernunterricht abzufedern, sind endlich genügend Ressourcen (Aufstockung von Pools für Stützkurse, Schulpsychologie etc.) bereitzustellen.
  2. Der VPOD befürwortet Kampagnen zur Erhöhung der Impfquote, lehnt aber eine Impfpflicht ab. Obligatorisch hingegen sollen regelmässige Tests sein, um die Entwicklung beobachten und möglichst zielgerichtet reagieren zu können.
  3. Regelmässige Tests und Contact Tracing bedeuten für Schulleitungen, Lehrpersonen, Sekretariate und Hausdienste einen beträchtlichen Mehraufwand. Damit sich das Schulpersonal auf seine Kernaufgabe, nämlich die Umsetzung des Betreuungs- und Bildungsauftrags, konzentrieren kann, sind externe logistische und personelle Ressourcen von den kantonsärztlichen Ämtern und/oder dem Zivilschutz zu mobilisieren.
  4. Es braucht auf nationaler Ebene eine klare Strategie, die sich nach folgendem Grundsatz richten soll: Das Personal an den Bildungs- und Betreuungsinstitutionen muss sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren können. Zu diesem Zweck müssen die Ressourcen der kantonsärztlichen Dienste aufgestockt und/oder der Zivilschutz mobilisiert werden.