Endlich – der Kanton Bern lässt repetitive Tests an Schulen wieder zu!

Von: Béatrice Stucki

Der VPOD ist erfreut darüber, dass die flächendeckenden Massentests an den Schulen endlich wieder möglich sind. Damit wird eine Forderung umgesetzt, die der VPOD seit dem Stopp dieser Massnahme im Sommer 2021 erhoben haben. Bedauerlich ist, dass die Tests nicht zwingend und verbindlich wieder durchgeführt werden.

Der VPOD hat schon vor Wochen darauf hingewiesen, dass sich die Situation an den Schulen verschärft und Schüler:innen und Lehrpersonen dringend zu schützen sind. Nur mit regelmässigen Massentests kann diese Forderung Realität werden. Dass der Kanton die regelmässigen, obligatorischen Tests und damit den Schutz für diese beiden Gruppen im Sommer letztes Jahr gestoppt hat, war ein grosser Fehler, den die Gesundheitsdirektion unter Regierungsrat Schnegg zu verantworten hat.

Bedauerlich ist hingegen, dass der Regierungsrat die repetitiven Tests nicht zwingend verordnet und die Schulen mit personellen Ressourcen dabei unterstützt. Damit wird einmal mehr die Verantwortung und der riesige Aufwand, der mit den Tests verbunden ist, den Schulen überwälzt. Bleibt zu hoffen, dass sich trotzdem viele Schulen für das regelmässige Testen entscheiden. Und dass mit dieser Massnahme, der Booster-Impfung für Lehrpersonen und der Impfung für die Kinder erneute Schulschliessungen vermieden werden können.

Der VPOD bleibt bei seinen Forderungen, die im Dezember 2021 formuliert worden sind und die mittels einer noch laufenden Petition öffentlich gemacht werden https://vpod.ch/campa/schulen-besser-schuetzen/.

  1. Präsenzunterricht soll möglichst auf allen Stufen aufrechterhalten werden. Da sich Fernunterricht negativ auf die Chancengerechtigkeit und die psychische Gesundheit auswirkt, darf dieser nur als letztes Mittel eingesetzt werden. Um die negativen Folgen von Fernunterricht abzufedern, sind endlich genügend Ressourcen (Aufstockung von Pools für Stützkurse, Schulpsychologie etc.) bereitzustellen.
  2. Der VPOD befürwortet Kampagnen zur Erhöhung der Impfquote, lehnt aber eine Impfpflicht ab. Obligatorisch hingegen sollen regelmässige Tests sein, um die Entwicklung beobachten und möglichst zielgerichtet reagieren zu können.
  3. Regelmässige Tests und Contact Tracing bedeuten für Schulleitungen, Lehrpersonen, Sekretariate und Hausdienste einen beträchtlichen Mehraufwand. Damit sich das Schulpersonal auf seine Kernaufgabe, nämlich die Umsetzung des Betreuungs- und Bildungsauftrags, konzentrieren kann, sind externe logistische und personelle Ressourcen von den kantonsärztlichen Ämtern und/oder dem Zivilschutz zu mobilisieren.
  4. Es braucht auf nationaler Ebene eine klare Strategie, die sich nach folgendem Grundsatz richten soll: Das Personal an den Bildungs- und Betreuungsinstitutionen muss sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren können. Zu diesem Zweck müssen die Ressourcen der kantonsärztlichen Dienste aufgestockt und/oder der Zivilschutz mobilisiert werden.