Kanton Bern erhöht Einstiegslöhne: Richtiger Schritt mit Folgen für viele Betriebe

Von: Christof Jakob, Gewerkschaftssekretär VPOD, Kanton Bern und Angela Zihler, Gewerkschaftssekretärin VPOD, Gesundheits- und Sozialbereich

Die Kantonsangestellten wurden gestern über den Beschluss des Regierungsrates informiert, dass per Januar 2026 die Einstiegsstufen abgeschafft werden: Ein wichtiger und richtiger Schritt. Folgen hat dies auch für viele subventionierte Betriebe und für Gemeindeverwaltungen, die sich nach der Lohntabelle des Kantons richten.

Für den VPOD sind sie schon lange ein Ärgernis: Die Einstiegsstufen. Bisher erhalten 170 Mitarbeitende der Kantonsverwaltung trotz abgeschlossener Ausbildung nicht etwa den Grundlohn, sondern bis zu 6 Stufen Abzug, also 9% weniger Lohn, obwohl sie eigentlich die Anstellungsbedingungen erfüllen. Der VPOD begrüsst, dass die Berner Regierung dies per Januar 2026 ändert: Die Einstiegsstufen werden abgeschafft und alle Angestellten sollen mindestens den Grundlohn erhalten. Bedauerlich ist aber, dass der finanzielle Aufwand dafür (ca. 0.2 Lohnprozente) über die üblichen individuellen Lohnmassnahmen finanziert werden soll.

Finanziell besonders schwierig umzusetzen wird die Anpassung für die subventionierten Betriebe (Altersheime, Spitex und soziale Institutionen…), von denen viele auch die kantonale Lohntabelle anwenden. Ihnen steht oft schon sowieso weniger Geld zur Verfügung für individuelle Lohnmassnahmen und fast in allen Betrieben sind deutlich mehr Angestellte in Einstiegstufen (z.B. die jungen Fachangestellten Gesundheit) eingereiht, was zu höheren Kosten führt, wenn die Einstiegslöhne angepasst werden. Dennoch: Es braucht auch in diesen Betrieben Anpassungen zugunsten der jungen Angestellten und der Grundlohn soll auch dort zum Minimallohn werden.

Der VPOD setzt sich nun gemeinsam mit den jungen Angestellten dafür ein, dass die Einstiegsstufen überall im Kanton Bern abgeschafft werden.