Isoliert betrachtet könnte die Gewerkschaft VPOD mit den von der Regierung beschlossenen Lohnmassnahmen 2026 zufrieden sein: Der Teuerungsausgleich (0.5%) liegt 0.4% über der aktuell erwarteten Teuerung von 0.1%. Um die aufgelaufene Teuerung auszugleichen, wäre aber ein Ausgleich von 2.5% nötig (Teuerungsprognose 0.1% plus Rückstand von 2.4%). Eigentlich müsste es sogar noch mehr sein, denn die steigenden Krankenkassenprämien sind im Teuerungsindex nicht eingerechnet.
Insbesondere in subventionierten Betrieben wie Altersheimen, Spitex und sozialen Institutionen sind auch die für individuelle Lohnmassnahmen zur Verfügung gestellten 0.7 Lohnprozente ungenügend. Diese Betriebe haben kaum Rotationsgewinne*, mit denen sie die kantonalen Lohnmassnahmen aufbessern können. Zudem ist geplant, ab 2027 die Beiträge an die individuellen Lohnmassnahmen für diese Betriebe sogar auf nur noch 0.5% zu kürzen, obwohl die Beiträge schon jetzt ungenügend sind.
Der VPOD setzt sich weiterhin für einen fairen Teuerungsausgleich ein: Wichtig ist dieser insbesondere für Wenigverdienende. Viele von ihnen arbeiten in Pflegeheimen und sozialen Institutionen: Sie haben faire Löhne verdient.
* Ein Rotationsgewinn, entsteht, wenn ältere, höher bezahlte Mitarbeitende durch jüngere, weniger bezahlte Mitarbeitende ersetzt werden, was zu Einsparung bei den Lohnkosten führt. Dies passiert z.B. im Gesundheitswesen kaum, da es wenig Lohnunterschiede zwischen denen, die weggehen und Neueintretenden gibt.
