Eine Lohnerhöhung von 0,5 Prozent ist kein herausragendes Resultat. Damit kann die Teuerung auf den Löhnen ausgeglichen werden – gemäss aktuellen Prognosen wird die Jahresteuerung 2025 bei 0,2 Prozent liegen –, viel mehr aber auch nicht. Damit ist nur ein kleiner Abbau der aufgelaufenen Teuerung aus den Vorjahren möglich. Kommt hinzu: Für die Privatwirtschaft rechnet die UBS gemäss ihrer Lohnumfrage mit Lohnerhöhungen von 1,0 Prozent für 2026.
Bereits durch das «Entlastungspaket» 2027 (EP27) kommt es für das Bundespersonal zu substanziellen Verschlechterungen bei den Anstellungsbedingungen. Und auch das Verhandlungsresultat steht in direktem Zusammenhang mit dem EP27: Die Personalverbände haben dabei eine Kürzung der Lohnmassnahmen von 1,0 auf 0,5 Prozent in Kauf genommen, um weitergehende Kürzungen bei den Anstellungsbedingungen verhindern zu können.
Die Personalverbände sind deshalb irritiert von den Anträgen der beiden Finanzkommissionen, die die Mittel für den Teuerungsausgleich kürzen wollen. Damit missachtet das Parlament die Sozialpartnerschaft in der Bundesverwaltung und übersteuert das Verhandlungsresultat zwischen Verbänden und Bundesrat massiv. Die Verbände appellieren deshalb an das Parlament, das Verhandlungsergebnis zu respektieren und dem Bundesratsantrag (Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent) zu folgen.
