#Gleiche Arbeit = Gleicher Lohn? Sozialpädagogik aufwerten. Überall.

Von: Martin Dremelj, Gewerkschaftssekretär Sozialbereich

Der Kanton Bern hat die Richtpositionen für die Sozialpädagogik per 1. Januar 2026 angepasst. Berufseinsteiger nach einem Abschluss in Sozialpädagogik HF werden neu in Gehaltsklasse 17 statt 15 eingereiht. Der VPOD Bern begrüsst diese längst überfällige Aufwertung. Doch viele Sozialpädagog:innen gehen leer aus. In gewissen subventionierten Institutionen werden die höheren Löhne nicht automatisch übernommen.

Der Kanton anerkennt mit der neuen Einstufung, dass die Löhne in der Sozialpädagogik nicht mehr konkurrenzfähig waren. Trotzdem überlässt er die Umsetzung den einzelnen Betrieben und stellt dafür keine zusätzlichen finanziellen Mittel bereit.

Für die Beschäftigten hat das konkrete Folgen: Sozialpädagog:innen mit derselben Ausbildung und derselben Verantwortung erhalten je nach Arbeitgeber unterschiedliche Löhne, obwohl sie öffentliche Aufgaben erfüllen und ihre Arbeit mit öffentlichen Geldern finanziert wird.

Unsere Forderungen

Der VPOD Bern begrüsst die höhere Einstufung der Sozialpädagogik ausdrücklich. Jetzt braucht es den nächsten Schritt: Die Lohnerhöhung muss allen Sozialpädagog:innen zugutekommen.

Der VPOD Bern fordert deshalb:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Die neuen Lohnbänder müssen in allen Betrieben konsequent angewendet werden.
  • Verbindliche Rahmenbedingungen. Der Kanton muss sicherstellen, dass die Verbesserungen flächendeckend umgesetzt werden und nicht vom Goodwill einzelner Betriebe abhängen.
  • Eine gesicherte Finanzierung. Wer höhere Löhne verlangt, muss auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.
  • Mehr Wertschätzung für soziale Berufe. Gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne sind die Grundlage, um Fachkräfte zu gewinnen, zu halten und die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen langfristig zu sichern.

Öffentliche Verantwortung endet nicht an der Grenze der kantonalen Verwaltung. Gleiche Arbeit verdient im ganzen Kanton den gleichen Lohn.

Jetzt aktiv werden

Die neuen Lohnbänder sind da. Doch ob sie auch in den subventionierten Betrieben umgesetzt werden, hängt entscheidend davon ab, ob die Mitarbeitenden ihre Ansprüche einfordern.

Der VPOD Bern ruft alle betroffenen Mitarbeitenden dazu auf, aktiv zu werden. Wer Anspruch auf den Grundlohn oder auf die höhere Einstufung in der Sozialpädagogik hat, soll dies beim Arbeitgeber einfordern. Faire Löhne fallen nicht vom Himmel. Sie werden gemeinsam durchgesetzt.

Damit niemand alleine verhandeln muss, organisiert der VPOD Bern am 9. September 2026 um 17:30 Uhr ein Austauschtreffen für Betroffene. Dort informieren wir über die neuen Lohnbänder, beantworten Fragen und besprechen gemeinsam das weitere Vorgehen.

Je mehr Beschäftigte ihre Ansprüche geltend machen und sich zusammenschliessen, desto grösser wird der Druck auf die Betriebe und den Kanton. Melde dich beim VPOD Bern und werde Teil der Kampagne. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass gleiche Arbeit im ganzen Kanton gleich entlöhnt wird.


Galerie: Kampagne #Gleiche Arbeit = Gleicher Lohn?