Umfrage Änderung Lohnsystem

Wir möchten wissen, was du zu den geplanten Änderungen des Lohnsystems meinst. Beteilige dich an der VPOD-Umfrage. Schickt diese an KollegInnen in der Bundesverwaltung weiter.

Der Bund will das Lohnsystem ändern. Der momentane Vorschlag sieht folgendes vor:
1. Die Personalbeurteilung mit den Stufen 1-4 (ungenügend, genügend, gut, sehr gut) soll abgeschafft werden.
2. Für jede Berufsgruppe wird ein Lohnvergleich mit ähnlichen Unternehmen oder zumindest mit internen gleichen Funktionen gemacht. Daraus wird errechnet, ob und wie viel der Lohn erhöht werden soll. Vorgesetzte können die so berechnete Lohnanpassung korrigieren – je nach ihrer Einschätzung der Leistung.
3. Der Ortzuschlag soll abgeschafft und in den Lohn eingebaut werden. Die Maximallöhne aller Lohnklassen würden um den höchsten Ortszuschlag (Stufe 13, Fr. 5‘624 Fr. pro Jahr) erhöht, wodurch Angestellte in den Stufen 1-12 wieder etwas Spielraum für die Lohnentwicklung hätten.

ZUR UMFRAGE ÄNDERUNG LOHNSYSTEM

Information et sondage en français

Hintergründe zur geplanten Änderung des Lohnsystems

Aufgrund des Postulats, das die Entkoppelung der Lohnentwicklung von der Leistungsbeurteilung fordert, hat das Finanzdepartement eines Bericht und Empfehlungen erarbeitet, die voraussichtlich im Fühling 2022 publiziert werden.

Noch stehen nicht alle Details fest und der VPOD ist intensiv in die Diskussion einbezogen, denn Lohnfragen sind eine Kernaufgabe für Gewerkschaften und betreffen alle Angestellten.

Geplant ist, die Beurteilungsstufen 1-4 (ungenügend, genügend, gut, sehr gut) abzuschaffen. Es soll häufigere Feedbackgespräche geben, aber keine feste Zuteilung mehr zu einer Beurteilungsstufe.

Stattdessen sollen von einer externen Firma Daten eingekauft werden über Lohnkurven verschiedenen Berufsgruppen in anderen vergleichbaren Unternehmen. Aufgrund dieser Daten sollen Lohnempfehlungen errechnet werden: Löhne, die unter der Lohnkurve liegen, würden schneller wachsen als Löhne, die schon jetzt über der Kurve liegen. Die Spitäler der Insel Gruppe wenden diese System an. Allerdings erfahren dort die Angestellten nicht, ob sie über oder unter der Lohnkurve liegen und wie die errechnete Lohnempfehlung wäre. Der VPOD hat unbedingt Transparenz verlangt, falls ein solches System eingeführt wird. Da gemäss Lohnvergleichsstudien der Lohn in unteren Lohnklassen im Vergleich eher über und in oberen Lohnklassen eher unter dem vergleichbarer Firmen liegt, dürfte eine solche Anpassung an den «Arbeitsmarkt» unten eher zu langsamerer und oben zu schnellerer Lohnentwicklung führen. Eine Gefahr ist auch, dass typische Frauenberufe, die auf dem Arbeitsmarkt schlecht bezahlt werden, bei einer Angleichung an den Markt benachteiligt würden. Das neue System wäre weniger berechenbar und komplizierter als die Koppelung von Beurteilung und Leistung (die aber auch ihre Schwächen hat...). Noch unklar ist, ob es in Zukunft weniger Lohnklassen geben wird bzw. diese in breitere Lohnbänder zusammengefasst werden und ob es nur noch Lohnkurven geben soll und überhaupt keine Lohnklassenmaxima mehr.

Zudem gibt es z.B. für Monopolberufe gar keine Marktkurve. Bei diesen, aber vielleicht auch bei allen Angestellten könnte auch eine rein interne Lohnkurve erstellt werden und als Grundlage dienen.

Vorgesetzte könnten bei der errechneten Lohnentwicklung korrigierend eingreifen und aufgrund ihrer Einschätzung der Leistung der Mitarbeitenden den Lohn mehr oder weniger anheben, als die errechnete Lohnempfehlung dies vorsieht. Zudem wird es sicher auch finanzielle Vorgaben geben, was in der Lohnentwicklung überhaupt möglich sein wird.

Der vorgeschlagene Einbau des Ortszuschlages würde ca. 40 Mio. Franken Mehrkosten verursachen, welche wohl von den jeweiligen Departementen (v.a. VBS, EFD und EDA, die viele Angestellte in niedrigen Ortszuschlagsstufen haben) getragen werden müssten. 2/3 aller Angestellten der Bundesverwaltung sind in der höchsten Stufe des Ortszuschlages (13). Damit es nicht zu Verschlechterungen für all diese kommt, muss der Ortszuschlag mit Stufe 13 in den Lohn eingebaut werden. Die Löhne würden also um den jetzigen Ortzuschlag, die Maximallöhne aber um jährlich 5'655 Fr. (Stufe 13 des Ortszuschlags) erhöht und dafür der Ortszuschlag gestrichen. Damit ändert sich nichts für alle in der Stufe 13 des Ortszuschlags. Alle in den Stufen 1-12 haben aber wieder die Möglichkeit einer Lohnentwicklung in den folgenden Jahren, falls sie im Lohnmaximum sind.

Bsp. 1: X ist im Maximum der Lohnklasse 15 und hat einen Lohn von 101'760 Fr. plus 5'655 Fr. Ortszuschlag (Stufe 13).
Neu ist der Lohn sowie der Maximallohn 101'760 Fr. + 5'655 Fr. pro Jahr und es gibt keinen Ortszuschlag mehr. Es verändert sich nichts.

Bsp. 2: Y ist im Maximum der Lohnklasse 15 und hat einen Lohn von 101'760 Fr. plus 3'480 Fr. Ortszuschlag (Stufe 8).
Neu ist der Lohn pro Jahr 101'760 Fr. + 3'480 Fr. und es gibt keinen Ortszuschlag mehr, wobei vorerst alles beim Alten bleibt. Der Maximallohn steigt aber auf 101'760 Fr. + 5'655 Fr. Damit besteht die Möglichkeit, dass der Lohn in den folgenden Jahren noch jährlich um insgesamt 2'175 Fr. ansteigen kann.

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